Der französische Kabelschutzsystemhersteller Delfingen, der mit zwei Werken in Rumänien zu den Hauptakteuren der Branche zählt, bereitet die Übernahme des deutschen Rivalen Schlemmer vor, darunter auch das Werk in Satu Mare. Die transaktion, die von Profit.ro vor zwei Wochen angekündigt wurde, ist nun in die Analyse des rumänischen Wettbewerbsrates eingegangen. Schlemmer Romania wurde 2005 im Werk Satu Mare mit rund 350 Mitarbeitern gegründet und produziert flexible Extruisten für die Automobilindustrie. Die Muttergesellschaft hat 10 Millionen Euro in den Bau der Satu Mare-Einheit investiert. Ende vergangenen Jahres wurde der deutsche Konzern vom Handelsgericht München in operativer und finanzieller Not in das vorläufige Konkursverfahren eingebracht. Das Verfahren wurde im März bestätigt.
Schlemmer verkaufte später seine asiatischen Aktivitäten an den lokalen Partner Fengmai-Ningbo Huaxiang Group und hat nun exklusive Verhandlungen mit dem französischen Konzern Delfingen über den Verkauf von Vermögenswerten in Europa und Afrika aufgenommen. Betroffen sind 5 Produktionseinheiten in Deutschland, Rumänien, Russland, Marokko und Tunesien mit insgesamt 1.000 Mitarbeitern und einem Jahresgeschäft von rund 100 Millionen Euro. Denn rund ein Drittel dieser Zahlen ist für das Schlemmer-Werk in Satu Mare verantwortlich. Schlemmer Rumänien erzielte 2018 einen Umsatz von 154 Millionen Lei (31 Millionen Euro) und erzielte einen Gewinn von 12,2 Millionen Lei, 36% mehr als im Vorjahr. Im Jahr 2018 hatte das Schlemmer-Werk in Carei 345 Mitarbeiter und Schulden von 52,6 Millionen Lei. In einem schwierigen Marktumfeld würde die Übernahme Delfingen in die Lage versetzen, seinen Marktanteil in Europa und seine Nähe zu deutschen Maschinen- und Komponentenherstellern zu stärken und seine Forschungs- und Entwicklungsbemühungen auf den Übergang der Automobilbranche zu Hybrid-/Elektromotoren zu konzentrieren.

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